Was macht einen guten Dunstabzug aus?

Damit ein Dunstabzugssystem das tut was es soll, braucht es einige Bedingungen. Einfach irgendein Gerät, irgendwie über oder unter das Kochfeld zu platzieren, ist zu wenig. Das Positive daran: Gute Luft im Haus ist kein Zauberwerk. Hier kommen die wichtigsten Ergebnisse einer umfassenden Studie.

 

Gute Luft dank hohem Erfassungsgrad

Mit Gerüchen, Fett und Feuchte befrachteter Kochwrasen verschwindet am effektivsten, wenn der Dunstabzug möglichst viel davon erfasst und möglichst wenig in den Raum entschwindet. An der Wand montierte Hauben erledigen diese Aufgabe am besten. Bei Kopffrei- und Inselhauben ist die Erfassung weniger stabil. Kochfeldabsaugungen müssen für den gleichen Erfassungsgrad deutlich mehr Luft transportieren, um den aufsteigenden Wrasen nach unten zu saugen. Bei hohen Töpfen gelingt das nicht vollständig.

Eine wichtige Rolle spielt der Abstand zum Kochfeld. Er sollte idealerweise 50 bis 60 cm (Bei Gaskochfeldern 65 cm) nicht überschreiten.

 

Gerüche reduzieren

Unangenehme Gerüche durch Kochen und Braten sind nicht nur in offenen Wohnküchen ein Thema. Wie stark sie durch das Dunstabzugssystem reduziert werden, hängt einerseits von dessen Erfassungsleistung ab. Bei Abluftanlagen wird der erfasste Wrasen nach außen geführt. Bei Umluftdunstabzügen erfolgt die Reduzierung durch einen Aktivkohlefilter. Von seiner Sättigung hängt der Erfolg ab. Die Filter müssen deshalb regelmäßig getauscht oder regeneriert werden.

Allgemein hängt der Grad der Geruchsreduzierung von der Größe des Raumes ab. In kleinen Räumen ist er am höchsten, in zum Wohnraum hin offenen Küchen am niedrigsten. Dadurch kann es sein, dass die Angaben laut Norm mit der Einbausituation nicht übereinstimmen.


Abklingdauer

Neben dem Grad der Geruchsreduzierung gibt die Abklingdauer Auskunft über die Leistungsfähigkeit eines Dunstabzugssystems. Dieser Wert gibt an, wie lange das System benötigt, um Gerüche zu entfernen. Bei Abluftsystemen geschieht dies sofort. Bei Umluftsystemen hängt dies von der Lüfterstufe und der Leistungsfähigkeit des Aktivkohlefilters ab. Mit neuem Filter dauerte es im Test bis zu 45 Minuten, bis ein Großteil der Gerüche verschwunden war. Bei alten Filtern wurden eine Abklingdauer bis zu fünf Stunden gemessen, eine in der Praxis kaum realistische Laufzeit. Wird gleichzeitig zum Umluftbetrieb eine Wohnungslüftungsanlage mit einem hohen Luftwechsel (1,5 h-1) reduziert sich die Zeit je nach Gerät auf 2,5 bis 13 Minuten. Dadurch geht allerdings der vermeintliche energetische Vorteil einer Umluftlösung verloren.


Druckverluste / Geräuschemission

Bei Umluftbetrieb eines Dunstabzugs ist für eine gute Reinigungswirkung ein großes Filtervolumen nötig, damit der Filter lange ausreichend filtert und die Luft möglichst lange im Filter verweilt. Solche großen Filter erhöhen den Druckverlust und damit die Menge der angesaugten Luft. Gleichzeitig arbeiten solche Geräte deutlich lauter.


Fettabscheidegrad

Die Fettabscheidung aus dem Wrasen erfolgt meist durch Metallgitter. Durch den Temperaturunterschied zwischen dem heißen Kochdunst und dem kalten Metallgitter, verfestigt sich das Fett und bleibt am Gitter hängen. Insbesondere Umluftsysteme benötigen zum Schutz des häufig nachgeschalteten Aktivkohlefilters einen hohen Fettabscheidgrad. Dieser wird bei vielen am Markt erhältlichen Geräte nicht erreicht. Ein großer Teil der per Marktstudie untersuchten Systeme wies in der Studie einen mittelmäßigen Fettabscheidegrad von 55 – 80 Prozent auf. Bei etwa einem Viertel lag dieser Wert unter 55 Prozent. Damit wird ein Dunstabzug dieser Funktion nicht gerecht. Der Wert ist in den Unterlagen der Hersteller angegeben. Der Fettabscheidgrad ist auf dem verpflichtenden Energielabel für Dunstabzüge angegeben.

 

Elektrische Leistungsaufnahme / fluiddynamische Effizienz

Die angegebene elektrische Leistungsaufnahme in Watt eines Dunstabzugs sagt wenig aus über seine Leistungsfähigkeit. Ausschlaggebender ist die Luftführungs-Effizienz auch Fluiddynamische Effizienz. Sie gibt das Verhältnis aus gefördertem Luftvolumen und realisiertem Druckunterschied zur elektrischen Leistungsaufnahme an und ist einer der der wichtigste Maßstab für die Einteilung von Dunstabzugssystemen nach dem EU-Effizienzlabel. Strömungstechnisch optimierte Geräte mit EC-Ventilatoren (bürstenloser Gleichstrommotor) haben hier einen deutlich niedrigeren Strombedarf bei gleicher Luftleistung. 

 


Wartungsaufwand

Während sich der Wartungsaufwand bei Abluftsystemen auf das gelegentliche Reinigen des Fettfilters in der Spülmaschine beschränkt, kommt bei Umluftsystemen der regelmäßige Wechsel des Aktivkohlefilters hinzu. Je nach Herstellerangabe und Kochgewohnheiten sollte dieser mindestens einmal jährlich oder häufiger ausgetauscht werden, um seine Reinigungsleistung erbringen zu können.


Plasmafilter

Dunstabzüge mit Plasmafilter sind eine Sonderform. In ihnen wird die Abluft mit elektrischer Energie ionisiert. Dadurch wird ein Oxidationsprozess in Gang gesetzt, bei dem schädliche oder geruchsintensive Moleküle zerstört werden oder sich zu chemisch stabilen Verbindungen umwandeln. Ein nachgeschalteter Aktivkohlefilter beendet diese Reaktion und entfernt Ozon, das bei der Reaktion entsteht. Ozon kann die Atemwege reizen und kann in hohen Konzentrationen zu Kopfschmerze führen. Wie gut das Ozon neutralisiert wird, hängt vom Wartungszustand des Aktivkohlefilters und der verwendeten Technik ab.